Da, wo vor mir niemand war

 

Da bin ich gestrandet,

da wurde ich tödlich verletzt.

Da habe ich begonnen,

bin hinauf gestiegen um die Augen zu öffnen.

Viel dunkler als schwarz,

Viel heller als die Sonne,

meilenweit gen Himmel.

 

Den Umfang höchstens instinktiv begriffen.

Zu jung, zu viel, zu groß, zu schwer, zu schön, um wahr zu sein.

 

Da, wo vor mir niemand war,

habe ich bestanden,

bin ich nach Hause gekommen,

und wieder los gesegelt.

In einen unendlichen Kosmos,

der mir in all seiner Pracht

Stimmen, Musik, Vergangenheit und Zukunft zeigte,

mir meinen Atem nahm,

mich ins völlige Nichts tauchen ließ,

um schwimmen zu lernen,

da, wo vor mir niemand war.

 

 

 

Das Gerüst

 

Erschaffen durch Willenskraft,

lackiert in blutrot.

Zur Stabilisierung eines Größenwahns.

Verteidigt von Erinnerungen,

konstruiert durch die permanent variierende Haltung.

Zu allem morgigen, allem gestrigen.

Ein Ort zum Leben,

wäre schön.

Es wird schon gehen.

 

Weiter in teuflischer Höhe,

in himmlischem Abgrund.

Kümmert mich, dass es immer geräumiger wird?

Rückzugsmöglichkeiten bis in den letzten Winkel,

Spiegelungen gegen den Stillstand,

aufgestellt im Niemandsland.

Längst vergessen die Akustik jedes Zentimeters,

zugetackert, schmuckvoll, vorangetrieben,

Meter um Meter.

 

Hinaufzusteigen ein Leben lang klingt gelungen,

erwähnt, registriert, verdrängt von 1000 Zungen,

solange diese Welt noch kann.

Jeder trägt seinen Teil dazu bei,

weggeschlossen und frei.

Sinn und Weg sind gegeben.

Also weiterleben,

meinetwegen…

 

 

Wechselhafte Risse

 

Tag gesprengt,

Kontrolle verengt.

Schutzmauern vor einem selbst,

Selbstachtung die aufsteigt und fällt.

Wohin zieht die Zukunft,

welchem Hirn entstammt die Weltvernunft?

Rabenschwarz in freiem Flug,

aus der Zelle in die Welt,

Schub um Schub.

Geduld verlangt nach Freiheit,

Freiheit nach einem Leben zu zweit.

Geblieben ist bis jetzt die Kulisse,

von Jahr zu Jahr wechselhafte Risse.

Bedeutend oder nur nutzloser Staub,

zumindest in Aussicht

erfrischendes Laub.

 

 

Schicksalstanz

 

Klanggerüst nicht mehr schwarz bepinselt.

Rost staubt den Organismus empor.

Davongelaufene Feldeinrichtungen.

Verdunkelte Pfade in lebenszeiten verschrieben.

Hohlräume mit Tauchlizenz.

Schicksalstanz vermient & unkenntlich bearbeitet.

Mit Drucksubstanzen angereichert,

nun im Abbau einzelnd geröncht.

Genug Zeit dafür.

Knochenwachstum der Gehirnmasse.

Verfaulter Geruch von einem Jahrzehnt.

Nicht ganz sicher ob auch jede Erinnerung tiefgefroren wurde.

Aufgetaut brächte es Lawinen hervor.

Das Leben.

Das Meinige.

Schäbbig verknotet.

Dachziegel ohne Lücken montiert.

Eine gleichmässige Fläche,die lebt,arbeitet.

 

 

Auf dem Käfig

 

Um den Käfig.

Durch den Käfig.

In den Käfig.

Die lange Hand,

zittrig und kalt,

alt und glitschrig.

Nach Einsamkeit stinkend.

Zum Tode winkend.

Lässt mich warten.

Sticht mit dem Spaten,

in Sichtweite.

Zieht mich!

Holt mich!

Kriegt mich!